Skip to main content
Bild nicht vorhanden
VergrößernPDFFeedbackPermalinkhttps://online.landessammlungen-noe.at/objects/1244107
Universe III
Bild nicht vorhanden

Universe III

Künstler/in Jochen Höller (Amstetten 1977)
Datierung2016
Material/TechnikCollage
Maße143,5 × 243,4 × 5,4 cm
InventarnummerKS-20979
ProvenienzAnkauf erfolgte aus Mitteln der Galerienförderung
Beschreibung
Jochen Höller reflektiert in seinen Werken zentrale Fragen der Gesellschaft und Technik, der Philosophie und Religion. Er setzt sich inhaltlich wie formal intensiv mit literarischen wie wissenschaftlichen Hauptwerken der Menschheit auseinander und verarbeitet diese in konzeptionell aufwendigen Text-Bild-Collagen. Mit leidenschaftlichem Impetus und akribischer Genauigkeit vertieft er sich in die buchstäbliche wie symbolische Bedeutung der Schriftstücke, schneidet – jeweils im Rahmen einer bestimmten Thematik – Buchstaben, Schriftzeichen oder Wörter aus, ordnet sie neu und erstellt überraschende Zusammenhänge. Er agiert einerseits wie ein Dichter, der Wörter gruppiert und neue Texte kreiert, anderseits wie ein bildender Künstler, der aus (symbolisch aufgeladenen) Formen und Zeichen rätselhafte wie visuell einnehmende Werke erschafft.

Die Arbeit Universe III (16.000 Fragezeichen zeichnen die Milchstraße ab) besteht aus kleinen, ausgeschnittenen und aufgeklebten Fragezeichen und hat eine real existierende Fotografie der Milchstraße zum Vorbild. Sie war Teil der Ausstellung Im Anfang war die Frage, die der Künstler 2017 in der Galerie Mario Mauroner Contemporary Art in Wien ausrichtete. Dort waren insgesamt 350.000 (!) Fragen in unterschiedlichen Werkblöcken zu sehen. Sie stammten aus der Bibel (Genesis und Exodus), aus dem Koran, aus Büchern der Aufklärung (Voltaire, Kant, Hume), aus aktuellen und alten Zeitungen, aus Büchern der Wissenschaft und aus einer aufwändigen Internetrecherche. Es gab keine einzige Antwort. Bei der Universum-Werkserie beschäftigt sich der Künstler mit der Frage, ob die Sterne, die wir nachts anschauen, überhaupt noch existieren, blicken wir doch tief in die Vergangenheit zurück. „Eine Hauptaufgabe der Kunst ist es, Fragen zu stellen“, so der Künstler, „und nicht Antworten zu geben.“(1)
Günther Oberhollenzer

(1) Jochen Höller in einem Gespräch mit dem Autor, 11. März 2022.

Mehr anzeigenWeniger anzeigen
SignaturRS bet., dat., sign.: ""UNIVERSUM III / 2017 Höller"